Die neue Gleichberechtigung
ist gemeinsam

„Frau kocht, Mann arbeitet“, wirkt in alle Bereiche und prägt dadurch die nächste Generation. Dieser Kreislauf muss durchbrochen werden.

Das Residenzmodell beeinflusst andere Bereiche, weil es Frauen und Männern per Gesetz und Rechtsprechung Rollen zuweist. Es steht im Widerspruch zur Gleichberechtigung und behindert die gesellschaftliche Entwicklung. 

Das Residenzmodell behindert die wirtschaftliche Gleichstellung.

Derzeit gehen die gesellschaftlichen Akteure in Justiz, Politik, Wirtschaft und Verwaltung vom Residenzmodell aus. Durch seine starren Rollenbilder behindert das Residenzmodell die gleichberechtigte Aufteilung der Sorge- und Erwerbsarbeit. Kommt es im Konfliktfall hart auf hart, sichert die Mutter in diesem System die Versorgung ihrer Kinder, indem sie die Berufstätigkeit des Vaters aktiv unterstützt und selbst beruflich kürzer tritt.

Das Residenzmodell hat fatale ökonomische Folgen für Mütter und Kinder.

Obwohl Frauen und Männer über eine gleichwertige Ausbildung [Q.3.8, S. 90] verfügen, verdienen Frauen im Leben nur halb so viel wie Männer [Q.3.9]. Besonders dramatisch stellt sich die Situation von Alleinerziehenden dar: Sie gehören zu den besonders armutsgefährdeten Gruppen und beziehen bis zu 38% staatliche Leistungen nach SGB II  [Q.3.10]. Dabei handelt es sich bei 84% um Frauen [Q.3.2, S. 9]. Es stellt somit ein erhebliches wirtschaftliches Risiko dar, sich in Deutschland für eine Mutterschaft zu entscheiden. Für die Kinder stellt das Aufwachsen in Armut ein Risiko für ihre Entwicklung dar [Q.3.11, S. 115].

Das Residenzmodell wirkt auf die Arbeitsmarktentscheidung von Paaren: Viele Väter werden zum Hauptverdiener, während sich viele Mütter auf die Erziehung konzentrieren, länger Elternzeit nehmen und anschließend zur Zuverdienerin werden

[Q.3.1, S. 32]

Armutsrisiken von Erziehenden mit Kindern. [Q.3.12, S. 190]

  • Armutsrisiko für Lebensgemeinschaften  11% 11%
  • Armutsrisiko für Alleinerziehende  32,6% 32,6%
  • Armutsrisiko in Deutschland insgesamt 16% 16% 16%

Alleinerziehende Väter arbeiten meist Vollzeit. [Q.3.2, S. 33]

  • Alleinerziehende Mütter die erwerbstätig sind (Anteil 70%) 80% 80%
  • Anteil Teilzeit / Vollzeit 58% 58%
  • 42% 42%
  • Alleinerziehende Väter die erwerbstätig sind (Anteil 80%) 90% 90%
  • Anteil Teilzeit / Vollzeit 12% 12%
  • 88% 88%
  • Teilzeit 7% 7%
  • Vollzeit 9% 9%

Das Residenzmodell ist negativ für weibliche Führungskräfte.

Die einseitige Flexibilisierung der Arbeitswelt für Frauen entspricht den Rollenbildern des Residenzmodells. Um Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Berufstätigkeit zu erleichtern, wurden in der Vergangenheit die Ganztagsbetreuung ausgebaut sowie flexible Arbeitszeitmodelle und Homeoffice in vielen Unternehmen eingeführt [Q.3.3. S. 68, Q.3.4]. Für weibliche Talente ist die Inanspruchnahme dieser Angebote ein Karrierekiller, solange die Präsenzzeit über den beruflichen Erfolg entscheidet. Ursächlich für den deutschen Gender-Pay-Gap (Differenz des Bruttostudenverdienstes) ist vor allem der geringe Anteil von Frauen an gut bezahlten Positionen und ihre Teilzeittätigkeit [Q.3.5, S. 53]. 

%

Anteil der Frauen
in Führungspositionen.
Stand 2018 [Q.3.6]

Die Sorgetätigkeit von Vätern stärkt Mütter und den Wirtschaftstandort Deutschland.

„Eine zukunftsgerichtete Familienpolitik […] bietet [..] gesamtwirtschaftliche Wohlfahrtsgewinne. […] Arbeiten Väter im Durchschnitt 38,9 Wochenstunden statt wie bisher 41,5 Wochenstunden, könnte die Mütter­erwerbstätigkeit auf rund 78 Prozent und ihre durchschnittliche Wochenarbeitszeit auf 31,1 Stunden steigen. Im Saldo nimmt das Arbeitsangebot um rund 1,1 Mio. Vollzeitstellen zu. Damit einher gehen steigende Haushaltseinkommen sowie geringere Armuts- und Transferquoten und schließlich positive gesamtwirtschaftliche Effekte von rund 70 Mrd. Euro p. a.“ [Q.3.1, S. 52]. 

Verbindliche Regelungen zur gemeinsamen Sorge, wie zum Beispiel das Doppelresidenzmodell schaffen, hierfür die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen.

Wenn Väter mehr Zeit für ihre Familie haben, können Mütter überproportional mehr arbeiten. [Q.3.13, S. 18]

Veränderung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit (2014 bis 2030)

  • Väter -2,6 Stunden weniger arbeiten 41,5% 41,5%
  • 38,9% 38,9%
  • Können Mütter +5,2 Stunden mehr arbeiten 25,9% 25,9%
  • 31,1% 31,1%

Wenn Väter mehr Zeit für ihre Familien haben, ist das gut für den Wirtschaftsstandort Deutschland. [Q.3.13, S. 22 f.]

Volkswirtschaftliche Dimension

  • Zunahme weiblicher Erwerbstätige 1,04 Mio. 2,4% 2,4%
  • Zunahme weiblicher Vollzeitstellen 1,14 Mio. 3,2% 3,2%
  • Zunahme Bruttoinlandsprodukt 67 Mrd. Euro 2,4% 2,4%

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